Haarausfall Ursachen und Arten des Haarausfalls

Der menschliche Haarzyklus

Der menschliche Haarzyklus unterliegt gewissen Gesetzen. Die Tatsache, dass unsere Kopfhaut durchgehend mit Haaren bedeckt ist, liegt darin begründet, dass  jeder Haarfollikel einen eigenen Rhythmus besitzt. Man spricht dabei von asynchronem Haarwachstum. Dieses asynchrone Haarwachstum sorgt dafür, dass der normale, tägliche Haarverlust nicht auffällt, da sich immer eine ausreichende Anzahl der Kopfhaare im Wachstum befindet. Studien haben gezeigt, dass die Jahreszeiten unsere Haardichte beeinflussen. Die Wachstumsphase der Haare (Anagenphase) liegt im März bei 90% und hat zu diesem Zeitpunkt den Höchststand während sie im weiteren Verlauf des Jahres bis zu einem Tiefstand im August absinkt.

 

Anagen (Wachstumsphase)Die Wachstumsphase der Haare (Anagenphase)

Auf unserer Kopfhaut befinden sich durchschnittlich 100.000 Kopfhaare. Davon befinden sich normalerweise 85-90% in der Wachstumsphase. Die Wachstumsphase zeichnet sich durch eine extrem hohe Aktivität der Haarfollikel aus. Befinden sich Haare in der Anagenphase werden sie Papillarhaar genannt. Im Vergleich zu normalen Hautzellen teilen sich Haarzellen dann 5x so schnell. Wie lange die Wachstumsphase der Haare andauert, ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich und wird durch verschiedene genetische und hormonelle Faktoren bedingt. Bei Männern beträgt die Anagenphase im Durchschnitt 2-4 Jahre. Die Geschwindigkeit des Haarwachstums liegt dabei bei etwa 0.035cm/Tag , wodurch sich insgesamt eine maximale Haarlänge von 52cm ergibt. Gegenüber Männern wachsen die Haare von Frauen etwas langsamer, jedoch befinden sich die weiblichen Haare dafür um bis zu 2 Jahre länger im Wachstumsstadium und können dadurch eine Länge von bis zu 80cm erreichen.

Übergang (katagenphase)

 

 Die Übergangsphase der Haare (Katagenphase)

Die Übergangsphase der Haare dauert 3 bis 4 Wochen an und wird Katagenphase genannt. Sie beginnt direkt im Anschluss an die Wachstumsphase. In diesem Stadium werden die Haare, die dann als Beethaar bezeichnet werden, nicht mehr mit Nährstoffen versorgt. Es finden Umbauvorgänge in der Haarwurzel statt und die Haarfollikel verkümmern. Durch das asynchrone Haarwachstum befinden sich bis zu 2% aller Haare auf unserem Kopf in der Übergangsphase.

 

.

Ruhephase (Telogenphase)

 

Die Ruhephase der Haare (Telogenphase)

Die letzte Phase des Haarwachstums ist die Ruhephase, auch Telogenphase genannt. Für gewöhnlich befinden sich etwa 12 bis 15% der Kopfhaare, die in diesem Stadium als Kolbenhaare bezeichnet werden, in der Telogenphase. Die Ruhephase dauert etwa vier Monate an. Während dieser Zeit regenerieren sich die Haarfollikel, die während der Übergangsphase verkümmerten, und bilden wieder neue Haare. Wenn diese Haare aus der Telogenphase in die Anagenphase übergehen, schließt sich der Kreislauf der Haarwachstums.

 

Das sind die Ursachen des Haarausfalls

Es gibt unterschiedliche Gründe für Haarausfall. Die Einnahme von starken Medikamenten kann als Nebenwirkung zu Haarausfall führen. So ist es etwa bei Krebstherapien geläufig, dass die Kopfbehaarung stark abnimmt. Es ist außerdem nachgewiesen worden, dass hormonelle sowie genetische Veranlagung das Haarwachstum und dementsprechend auch Haarausfall maßgeblich beeinflussen. Auch der ungünstigen Lebenswandel der heutigen Zeit sollte als Ursache für Haarausfall nicht unterschätzt werden. Man spricht dann von stressbedingtem Haarausfall, der innerhalb der letzen Jahre durch die ansteigende Belastung in Beruf, Familie und Freizeit immer häufiger geworden ist. Diese Art der Überforderung und Stress führen in Kombination mit einer ungesunden Ernährung schnell zu Mangelerscheinungen, die sich dann in Haarausfall äußern können.  Außerdem begünstigen zusätzliche Belastungen der Haare durch Chemikalien in Haarfärbemitteln und übermäßige Stylingprodukte das Auftreten von Haarausfall indem sie die Haarstruktur nachhaltig schädigen.

Es gibt verschiedene Arten des Haarausfalls:

Diffuser Haarausfall

Bei diffusem Haarausfall, auch diffuse Alopezie genannt, dünnen sich die Haare in einer regelmäßigen Verteilung auf dem gesamten Kopf aus und ist nicht auf einzelne Stellen beschränkt. Je nach Intensität des diffusen Haarausfalls schimmert irgendwann die Kopfhaut hervor. Während diffuser Haarausfall auch ein Zeichen des regulären Alterungsprozesses sein kann, leiden vor allem Frauen unter der diffusen Alopezie.  Oftmals tritt diese Art des Haarausfall in Verbindung mit einer weiteren Erkrankung auf. Der Haarausfall sollte aus diesem Grund auch als Warnsignal des Körpers angesehen und nicht auf die leichte Schulter genommen werden.

Wenn ein übermäßig starker Haarausfall festgestellt wird, sollte man sicherheitshalber einen Arzt aufsuchen. In den meisten Fällen lässt sich der Haarausfall gut behandeln sobald eine Diagnose gestellt und die Ursachen aufgedeckt werden konnten. Wenn die Grunderkrankung behandelt wird und sich der Körper von den Folgen der Krankheit erholen konnte verschwindet oft auch der Haarausfall. Gegebenenfalls können auch eine Geburt oder eine vorhergegangene Operation zu diffusem Haarausfall führen, wobei jedoch meist eine Krankheit (z.B. Autoimmunerkrankungen), Nebenwirkungen von Medikamenten oder Vergiftungen Ursache von Haarausfall sind.

 

Kreisrunder Haarausfall

Kreisrunder Haarausfall, von Medizinern Alopecia araeata genannt, ist die am zweithäufigsten auftretende Art des Haarausfalls. Sie zeichnet sich durch die Ausprägung haarloser Stellen aus, die sich auf kreisrunde oder ovale Stellen begrenzen. Diese Art des Haarverlustes fängt meist mittig an einer betroffenen Stelle an und breitet sich dann Stück für Stück nach außen hinweg aus. In Einzelfällen kann sich die Kopfhaut an diesen Stellen auch entzünden. Diese Erkrankung ist gerade unter jungen Menschen recht verbreitet. Obwohl die Ursachen für kreisrunden Haarausfall noch unbekannt sind, wird vermutetet dass er durch eine Störung des Immunsystems entsteht. Da ein örtlich begrenzter Haarausfall auch in Zusammenhang mit Pilzinfektionen auftreten kann, sollte eine Pilzinfektion vor der Behandlung ausgeschlossen werden. Besonders oft leiden Jugendliche unter dieser Art des Haarausfalls, welche von Ärzten als Autoimmunerkrankung eingeordnet wird. Er kann jedoch ebenfalls durch psychische Belastungen, Traumata oder auch Vergiftungen, eine ungesunde Lebensweise oder Stress hervorgerufen werden. 

Die Behandlung des kreisrunden Haarausfalls

Je nach Ursache des kreisrunden Haarausfalls, kann eine entsprechende Behandlung erfolgen. Bei vorliegen einer Autoimmunschwäche sollte die Behandlung auf eine Stärkung des Immunsystems abzielen. Als erste Maßnahme werden jedoch auch oftmals topische Steroide oder Kortison verschrieben. Diese Wirkstoffe hemmen jedoch die natürliche Wirkung des Immunsystems. 

Alopecia areata  kann auch in Zusammenhang mit seelischen Leiden auftreten.  Der Verlust einer geliebten Person, das Durchleben eines schweren Verkehrsunfalls oder auch die Trennung vom festen Partner kann zu einer posttraumatischen Belastungsstörung führen. Tritt einige Wochen nach einem schweren Schicksalsschlag der kreisrunde Haarausfall auf, ist es wichtig, dass sich Betroffene psychischen Beistand suchen. Im Rahmen einer Therapie kann das Thema des Haarausfalls ebenfalls unterstützend angesprochen werden. 

In vielen Fällen des kreisrunden Haarausfalls bilden sich nach einiger Zeit wider neue Haare auf den kahlen Stellen.

Erblicher Haarausfall

Erblicher Haarausfall ist genetisch bedingt. Oftmals zeigen sich erste Anzeichen bereits in jungen Jahren der Betroffenen. Schon mit Anfang 20 mögen einige Männer feststellen, dass sich das Kopfhaar ausdünnt. Üblich ist, dass dies zuerst im vorderen Bereich des Kopfes geschieht. Diese sogenannten Geheimratsecken sind ein Anzeichen dafür, dass der Betroffene noch weiter von erblichem, genetisch bedingtem Haarausfall betroffen sein wird. Obwohl vorwiegend Männer von erblichem Haarausfall betroffen sind, leiden auch einige Frauen unter dieser Erkrankung.

Nachforschungen haben ergeben, dass bei erblich bedingtem Haarausfall zuviel Dihydrotestosteron (abgekürzt DHT) in der Kopfhaut vorhanden ist. Durch eine Überreaktion der Haarwurzel verkürzt sich die Wachstumsphase der Kopfhaare extrem und es bilden sich immer mehr kurze Haare. Aus diesem Grund trifft die Bezeichnung des Haarausfalls auf diese genetische Überempfindlichkeit auch nur indirekt zu. Denn die einzelnen Haare wachsen weiterhin, sie sind jedoch nur zu kurz um optisch wahrgenommen zu werden. Bisher ist noch unbekannt, weshalb sich diese Art des Haarausfalls hauptsächlich auf den vorderen Kopfbereich beschränkt während die Haare am Hinterkopf meist länger erhalten bleiben. Bei Haartransplantationen hat man sich diesen Effekt jedoch zunutze gemacht, denn die Transplantation von Haaren des Hinterkopfes in den Schläfen- und Stirnbereich sind in den meisten Fällen langanhaltend erfolgreich.

 

Hormoneller Haarausfall

 

Hormoneller Haarausfall, auch androgenetische Alopezie genannt, ist die häufigste Form des Haarschwunds. Über 60 % der Männer leiden an dieser Art des Haarausfalls. Während Haarausfall offiziell meist als ein männliches Problem betrachtet wird, ist vielen nicht bewusst, dass auch  20-30 % der Frauen unter hormonell bedingtem Haarausfall leiden. Die Ursache liegt in der genetisch bedingten Überempfindlichkeit der Haarfollikel gegenüber den männlichen Sexualhormonen. Durch das Hormon Dihydrotestosteron wird die Wachstumsphase der Haare verkürzt und es lässt die empfindlichen Haarwurzeln verkümmern. Dadurch werden die heranwachsenden Haare immer kleiner  und dünner und sind somit optisch kaum mehr sichtbar. Hormonell bedingter Haarausfall ist vererbbar. Sollten bereits die Eltern an dieser Form des Haarausfalls gelitten haben, besteht eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, dass auch die Kinder diese Art des Haarausfalls erleiden.  Streng genommen ist diese Art des Haarausfalls keine wirkliche Krankheit, sondern eine reguläre Alterserscheinung. 

Verlauf des männlichen Haarausfalls
Verlauf des männlichen Haarausfalls

Männlicher  Haarausfall

Männer sind häufig bereits mit Anfang 20 von Haarausfall betroffen.
Ersten Anzeichen sind die immer größer werdenden Geheimratsecken im vorderen Bereich des Kopfes. Im weiteren Verlauf lichten sich dann auch die Haare auf dem Hinterkopf. Schlussendlich laufen die Geheimratsecken und lichten Stellen zusammen und bilden eine Glatze. Der Haarausfall muss nicht zwangsläufig nach diesem Schema verlaufen, es trifft jedich zu 80 % zu. Bei den restlichen  20 % verläuft er nach weiblichem Muster.

 

 

 

Weiblicher Haarausfall
Weiblicher Haarausfall

Weiblicher Haarausfall

Auch Frauen können von hormonell bedingtem Haarausfall betroffen sein. Dieser setzt zwischen dem 15. und 60. Lebensjahr ein. Anders als bei männlichen Haarschwund verläuft der weibliche Haarausfall schubweise, da Frauen verstärkt unter hormonellen Schwankungen leiden. Vor allem durch die hormonelle Umstellung während oder nach einer Schwangerschaft kann Haarausfall ausgelöst werden.  In anderen Fällen wird der Haarausfall erst mit Beginn der Wechseljahre sichtbar. In dieser Phase der körperlichen Veränderung entsteht ein Überschuss an Androgenen. Wenn die Hormonbalance im Körper gestört ist, kann dies vermehrten Haarverlust auslösen. Während bei männlichem Haarausfall zuerst die Geheimratsecken entstehen, kommt es bei weiblichem Haarausfall zu einer generellen Ausdünnung im Scheitelbereich. Nur bei sehr wenigen Frauen entsteht durch den Haarausfall auch eine Glatze.

 

Haarausfall bei Frauen

 haarausfall bei frauen

Altersbedingter Haarausfall wird gemeinhin als männliches Problem betrachtet. Jedoch leiden auch zahlreiche Frauen unter dieser Art des Haarausfalls. Vor allem während oder nach den Wechseljahren sind Frauen davon betroffen. Die Ursache ist meist hormonbedingt und die Symptome äußern sich durch nachlassendes Haarwachstum auf dem Oberkopf und ein dadurch entstehendes Ausdünnen der Haare in diesem Bereich. Diese Art des Haarausfalls ist vergleichbar mit dem genetisch bedingten Haarausfall, obwohl diese Erkrankung nicht genetisch veranlagt ist. Aus diesem Grund kann der Haarausfall mit Hilfe von Hormonpräparaten gut behandelt und eingeschränkt werden.

Oftmals tritt auch nach dem Absetzen der Antibabypille oder einer Gebärmutterentfernung Haarausfall auf. Auch in diesen Fällen ist liegt die Ursache in dem veränderten Hormonhaushalt begründet.

Stress führt dazu, dass die Haare stumpf und spröde werden oder gar ausfallen. Bei stressbedingtem Haarausfall liegen die Gründe häufig in mangelhafter Ernährung und einem dadurch gestörten Mineralhaushalt des Körpers. Ein stressiger Alltag führt manchmal dazu, dass die Ernährung nur eine untergeordnete Rolle spielt. Greift man dann eher zu Fastfood und ernährt sich über einen längeren Zeitraum zu einseitig, reichern sich im Körper schädliche Stoffe an, die gegebenenfalls auch zu Haarausfall führen können. Die Lösung könnte dann eine Entgiftung sein. Da eine Entgiftung im besten Fall ärztlich begleitet wird, sollten betroffene Frauen die Entgiftung mit ihrem Arzt besprechen. Anhand der Blutwerte kann der Arzt auch einen Ernährungsplan aufstellen, der auf die jeweiligen Bedürfnisse des Betroffenen abgestimmt ist.

Ernährungsbedingter Haarausfall kann in Zusammenhang mit einer Störung des Eisenhaushalts auftreten. Ein stimmiger Eisenhaushalt  trägt zu einem gesundes Haarwachstum bei und kann durch Diäten oder einseitige Ernährung gestört werden, da dem Körper dann nicht die notwendigen Mineralien zur Verfügung gestellt werden. Eisen ist in Fisch und Fleisch enthalten, weshalb diese Lebensmittel Teil der Ernährung sein sollten. Koffein hingegen hindert den Organismus an der Eisenaufnahme, weshalb übermäßiger Verzehr koffeinhaltiger Lebensmittel (zum Beispiel Kaffee und Tee) vermieden werden sollte.

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken